Absonderlichkeiten

16. August 2009

Parteiungen und Spaltungen innerhalb der Christenheit sind schon fast so alt wie die Christenheit selbst. Der Leib Christi präsentiert sich heute als bunter Strauß unterschiedlicher Kirchen, Gemeinden und Denominationen. Die Lage ist zuweilen recht unübersichtlich. Sie wird auch dadurch nicht einfacher, dass die Bibel bloße Parteiungen ablehnt, eine deutliche Trennung von Irrlehrern aber ausdrücklich empfiehlt. Wie nur das eine vom anderen unterscheiden?

Lassen wir doch mal Jesus selbst zu Wort kommen. In Matthäus 12, 30 z. B. sagt er: „Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.“ Die umgekehrte Formulierung findet sich in Markus 9, 40: „Wer nicht gegen uns ist, der ist für uns.“

Beide Aussagen stehen im Zusammenhang mit der Dämonenaustreibung. Im ersten Fall beweist Jesus, dass (erfolgreiche) Dämonenaustreibungen nicht vom Teufel kommen können, sondern immer ein Beleg für göttliche Autorität sind. Im zweiten Fall gilt das sogar, wenn die handelnde Person nicht mal ein Nachfolger Jesu ist. Allein die Berufung auf seinen Namen genügt.

Für das Prädikat „für Jesus“ genügen also zwei schlichte Kriterien: Die Berufung auf den Namen Jesu und das Zurückdrängen der Macht des Teufels. Alle Personen, Werke und Gemeinden, die diese Kriterien erfüllen, haben laut Jesus zumindest eine wohlwollende Duldung verdient.

Die beiden Bibelstellen führen mich direkt zu drei Grundsätze für die Gemeinde Jesu:

  1. Wer „für Jesus“ sein will, muss Jesus in den Mittelpunkt stellen und muss die Gute Nachricht von seinem Kommen verkündigen.
  2. Wer „für Jesus“ sein will, muss das übernatürliche Wirken des Heiligen Geistes erwarten.
  3. Wer „für Jesus“ sein will, darf sein Gehirn nicht ausschalten. Sowohl der verbohrten Selbstgefälligkeit der Pharisäer als auch der anmaßenden Überheblichkeit seiner Jünger begegnet Jesus mit schlichter Logik.

Der geneigte Leser erkennt sicher schon, worauf ich hinaus will. Es geht um die Gute Nachricht, die Gaben des Heiligen Geistes und die Freiheit des Denkens. Wer „für Jesus“ sein will, muss evangelisch, charismatisch und liberal sein. Das ist kein Widerspruch. Das ist die Grundlage eines jeden Dienstes für Jesus.

Problematisch wird es erst, wenn einer dieser drei Grundsätze auf Kosten der anderen überbetont wird. Spätestens wenn einer der drei Grundsätze über Bord geworfen wird, hat man den Boden biblischer Lehre verlassen und ist bei der Irrlehre angekommen.

Und ganz bitter wird es, wenn aus den drei Grundsätzen Kampfbegriffe werden. (Wobei „evangelisch“ hier gern durch den Anglizismus „evangelikal“ ersetzt wird.) Der Liberale lehnt den Evangelikalen als Fundamentalisten ab, der Evangelikale den Charismatiker als Schwärmer und der Charismatiker den Liberalen als Ungläubigen. Und keiner merkt, dass jeder an dem Ast sägt, auf dem er sitzt. Denn durch die Ablehnung des Anderen als Irrlehrer macht sich jeder selbst zum Irrlehrer. Schlimmer noch, man läuft Gefahr, den „für Jesus“-Status zu verlieren. Wer sich um jeden Preis von anderen absondern will, wird schnell absonderlich.

Und was ist mit der Reinheit der Lehre? Zuerst müssen wir anerkennen, dass es sie so in der Praxis nicht gibt. Der Exeget der Bibel tut gut daran, mit dem eigenen Irrtum zu rechnen. Wer seine eigene Fehlbarkeit ausblendet, hat den ersten Fehler schon gemacht.

Gerade deshalb darf man nicht vergessen, wie niedrig Jesus die Schwelle zumindest für eine wohlwollende Duldung setzt. Noch nicht mal Jesus nachzufolgen ist dafür Vorraussetzung. Natürlich sieht das im eigenen Verantwortungsbereich ganz anders aus. Für mangelnde Sorgfalt bei der Bibelauslegung gibt es keine Ausreden.

Zwischen der „wohlwollenden Duldung“ und dem „eigenen Verantwortungsbereich“ gibt es viele Abstufungen von Zusammenarbeit und Unterstützung. Deshalb tut jede Gemeinde und jedes Werk gut daran festzulegen, was sie oder es für die unverzichtbaren theologischen Grundlagen hält. Und die meisten kennen eine solche Festlegung. Meist handelt es sich um Glaubensbekenntnisse, und als solche haben sie eine lange Tradition und sich sehr bewährt. Auch für die übergemeindliche Zusammenarbeit gibt es verbreitete Dokumente wie z. B. das der Evangelischen Allianz.

Und ab da gilt die einfache Regel: Wer bereit ist, sich dem jeweils einschlägigen Dokument zu unterstellen, darf mitmachen. Und wenn dann Gemeinden oder Personen mitmachen, die bisher nicht gerade durch saubere Bibelauslegung aufgefallen sind, heißt das nicht „um so schlimmer für uns“, sondern um so besser für sie“.

Nicht vergessen: Überall wo im Namen Jesu die Macht des Teufels zurückgedrängt wird, wirkt Gott. Und wer möchte sich schon dem Wirken Gottes entgegenstellen?

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Theodizee

10. September 2008

Es soll wieder einmal um eine Grundfrage der Theologie gehen. Eine Frage, mit der sich wohl jeder schon mal beschäftigt hat. Mehr noch: Eine Frage, die vielen — auch mir — auf der Seele brennt.

Auf der einen Seite behaupten wir Christen ja immer, es gäbe einen gütigen, liebenden und auch noch allmächtigen Gott. Auf der anderen Seite gibt es das Leid, viel Leid, immer wieder. Wie passt das zusammen? Oder mit anderen Worten: Wie kann ein liebender Gott Leid zulassen?

Wir müssen gar nicht mal die täglichen Nachrichten bemühen, auch wenn sie uns genug Stoff zum Thema Leid liefern würden. Nein, jeder von uns hat da seine eigenen Nachrichten, auch wenn sie schon etwas zurückliegen mögen, seine eigene Geschichte mit dem, was man Leid nennt. Maß und Tiefe mögen sehr, sehr unterschiedlich sein, aber wenn wir über Leid reden, können wir alle aus eigener Erfahrung reden.

Und was wurde über dieses Thema nicht schon alles geredet! Der Philosoph Leibniz hat dafür den Fachausdruck „Theodizee“ geprägt — zu Deutsch etwa „Gottes Gerechtigkeit“, unter dem es mittlerweile in jedem Lexikon nachzuschlagen ist. Eines davon, die Wikipedia nämlich, listet nicht weniger als 25 Lösungsansätze für die Theodizee-Frage auf.

Was soll man dazu sagen? Ich muss sagen, mich hat keine einzige dieser Antworten überzeugt. Sicher, es sind interessante Ansätze und gute Gedanken dabei. Aber eine Antwort? Eine Lösung? Keine einzige wird auch nur annähernd den großen, oft auch verzweifelten Fragen gerecht, die das Leid in jedem von uns hervorruft.

Ich habe über diese Fragen viel nachgedacht und bin letztlich bei Wikipedia Antwort Nummer 26 gelandet: Es gibt keine. Auf die Frage nach dem Leid gibt es keine schlüssige und verständliche Antwort.

Mir ist diese Erkenntnis sehr wichtig geworden. Nicht weil ich Freude am Geheimnisvollen (besser: an der Ratlosigkeit) habe. Nein, es ist mir wichtig, dass Menschen, die Leid erleben, nicht noch zusätzlich mit einfachen, aber falschen Antworten belastet werden. Ein bisschen Nummer 17 aus der Wikipedia-Liste, und schon wird alles wieder gut. Es ist ja viel einfacher, den Leidtragenden mit billigen Antworten abzuspeisen, als das Leid mitzutragen, eben mitzuleiden. Die Antworten auf die Theodizee-Frage mögen in der Theorie gut klingen — in der Praxis, im Bezug auf ein konkretes Leid kann auch bei bester Absicht kaum mehr als Zynismus übrig bleiben. Es gibt keine Antwort, die dem Praxistest standhält. Davon bin ich fest überzeugt.

Das heißt natürlich nicht, dass man bei der Theodizee-Frage den Verstand an der Garderobe abgeben muss. Auch wenn wir die Hoffnung auf eine Antwort begraben, kann über das Leid noch unendlich viel Weises und Hilfreiches gesagt werden. Einen solchen Versuch möchte ich dann doch wagen. Ob die folgenden Gedanken weise sind, weiß ich nicht. Für mich sind sie aber hilfreich.

In der Schule hat man mir beigebracht, bei Rechenaufgaben die Probe zu machen, d. h. zu überprüfen, ob das Ergebnis denn auch stimmt — oder in späteren Jahren ob es zumindest plausibel ist. So eine Probe kann man auch auf einen Aspekt der Theodizee-Frage machen, nämlich auf die oft implizit enthaltene Forderung, der allmächtige Gott möge doch eine Welt ohne Leid erschaffen. Die Probe ist: Wie würde denn eine solche Welt aussehen?

Nun, zunächst können wir natürlich Welten mit beliebigen Eigenschaften fordern. Die Französische Revolution hat z. B. eine Welt gefordert, die von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit geprägt ist. Das klingt sehr edel, hat aber noch nie funktioniert. Das liegt daran, dass Freiheit und Gleichheit in der realen menschlichen Gesellschaft bis zu einem gewissen Grade konkurrierende Werte sind. Volle Freiheit und volle Gleichheit ist mit der real existierenden Menschheit einfach nicht möglich.

Was ich damit sagen will: Wenn man beliebige Eigenschaften fordert, kommt sehr leicht ein Ergebnis heraus, dass nach menschlicher Logik in sich widersprüchlich ist und jenseits jeder Vorstellungskraft liegt. Die Grenzen der menschlichen Logik und Vorstellungskraft sind vielleicht keine absoluten Grenzen des Möglichen, aber sie sind absolute Grenzen dessen, worüber man vernünftig reden kann. Alles darüber hinaus ist wilde Spekulation. Leider gilt das auch für eine Welt, in der es kein Leid gibt, aber der ganze Rest so ist wie bisher.

Die Probe besteht nun darin zu schauen, welche Konsequenzen es in unserer realen Welt hätte, wenn das Leid wegfallen würde. Mir fallen da zwei ganz wesentliche Dinge ein, die dadurch zwar nicht aufgehoben, aber doch eine massive Abwertung erfahren würden.

Das eine ist die persönliche Verantwortung. Verantwortung rührt daher, dass meine Entscheidungen auf andere einen für diese unabwendbaren Einfluss haben. Das hat so zunächst nichts mit Leid zu tun. In der Praxis besteht dieser Einfluss auf andere oft darin, das Leid anderer Menschen zu vermeiden, abzuwenden oder zumindest zu lindern. Es sind dies meiner Meinung nach nicht nur die Mehrheit der Fälle persönlicher Verantwortung, es sind auch noch die Fälle, die wirklich Gewicht haben. Wenn es kein Leid mehr gäbe, wäre die persönliche Verantwortung kein integraler Bestandteil menschlichen Lebens mehr, sondern nur noch eine kleine, unwichtige Zutat.

Ebenso wie die persönliche Verantwortung ist die persönliche Veränderung hochgradig vom Leid abhängig. Es gibt nicht umsonst in der Psychologie und Medizin den Begriff des Leidensdrucks, der für manche Heilung oder zumindest Linderung zwingende Voraussetzung ist. Auch wenn wir uns das selber nur schwer eingestehen: Viele Veränderungen in unserem Leben, und auch hier sind es wieder die großen und wichtigen, gelingen uns nur, wenn persönliches Leid uns dazu zwingt. Manchmal reicht auch nur die Gefahr von Leid, aber auch die wäre ohne Leid nicht existent. Wenn ich ehrlich bin, muss ich zugeben: Ohne die Erfahrung persönlichen Leids wäre ich ein noch schlechterer Mensch, als ich es ohnehin bin.

Beide Aspekte sind keine Begründung für Leid, keine Antwort auf die Theodizee-Frage. Es sind ja nur begrenzte Beobachtungen zweier Wirkzusammenhänge. Selbst an einer vollständigen Darlegung der Zusammenhänge zwischen solchen umfassenden Konzepten wie Leid, Verantwortung und Veränderung kann man ja nur scheitern. Daraus eine Gewichtung oder gar einen Sinnzusammenhang zu konstruieren, ist unmöglich. Wirkzusammenhang und Sinnzusammenhang sind zwei völlig unterschiedliche Dinge. Die Aussage, es müsse Leid geben, damit es persönliche Verantwortung und Veränderung gibt, ist Unsinn, und ein ziemlich zynischer noch dazu. Aber die Probe ergibt trotzdem: Ohne Leid wären Verantwortung und Veränderung enge Grenzen gesetzt, zumindest solange man sich in den Möglichkeiten des menschlichen Verstandes bewegt. Und da ich nicht aus den Grenzen meines Verstandes kann … (zumindest nicht in der Erwartung, dass dabei noch etwas halbwegs sinnvolles herauskommt.)

Trotzdem empfinde ich persönlich diese Gedanken als hilfreich. Gerade weil es sich um einen Wirkzusammenhang handelt.

Scientology behauptete ja immer in ihren Anzeigen, wir nutzen nur 10 % unseres geistigen Potenzials. Ich glaube nicht, dass das stimmt, Aber ich bin der Meinung, dass der Anteil unseres ethischen Potenzials, den wir nutzen, noch viel geringer ist. Ich habe da noch einen sehr langen Weg vor mir. Und es ist ein ganz wesentliches Ziel meines Lebens, ein besserer Mensch zu werden, Jesus ähnlicher zu werden, ein Mensch nach Gottes Herzen zu werden, fit für die Ewigkeit zu werden, oder wie man das auch immer nennen will. Und wenn ich mit den beschriebenen Zusammenhängen auch nur halbwegs recht habe, wird das nicht ohne Leid gehen.

Das macht für sich noch keinen Sinn des Leids aus. Es entbindet mich auch nicht davon, mich mit dem Leid und dessen Ursachen auseinanderzusetzen. Es macht das Leid auch nicht weniger leidvoll. Und erst recht macht es das Leid nicht erstrebenswert. Aber es verschiebt ein klein wenig die Prioritäten. Und mir hilft das.

Faktenlage

6. April 2008

Neulich im Hauskreis lasen wir einen Bericht von einer interessanten theologischen Argumentation. In Johannes 7, 40 – 42 wird diskutiert, wer denn dieser Jesus sei, der in Jerusalem anlässlich des Laubhüttenfestes so beeindruckende Sachen sagte. Einige hielten Jesus für den Christus, den erwarteten Messias. Die Schriftgelehrten waren aufgrund ihrer profunden Kenntnis des Alten Testamentes anderer Meinung. Sie meinen, Jesus könne nicht der Christus sein, weil dieser nach der Schrift aus Bethlehem käme, und Jesus nun mal aus Galiläa sei.

Tja, leider verloren. Auf den Gedanken, das jemand in Bethlehem geboren, in Galiläa aber aufgewachsen sei, sind sie nicht gekommen. Schlecht recherchiert. Auch ein perfektes Verständnis der Bibel ersetzt nun mal nicht die Kenntnis der Faktenlage.

Das erinnert mich an eine Diskussion, bei der es um die Gemeindemitgliedschaft ging, und ob diese, so wie wir sie praktizieren, überhaupt biblisch wäre.

Tatsächlich gibt es im Neuen Testament in den entstehenden Gemeinden keine formale Mitgliedschaft. So weit, so biblisch. Aber was ist mit der Faktenlage?

Die meisten christlichen Gemeinden in Deutschland besitzen die Rechtsform einer nicht-staatlichen Körperschaft des öffentlichen Rechts. Das liegt daran, dass der Staat, also die Bundesrepublik Deutschland, den Glauben an Gott für erstrebenswert hält, sich aber aus Gründen der Religionsfreiheit nicht selbst in diese Dinge einmischen darf. Deshalb bietet er den Religionsgemeinschaften ab einer gewissen Größe diese Rechtsform als Anerkennung ihrer gesellschaftlich wichtigen Arbeit an. Ein Konstrukt, dem wir Christen in Deutschland viele Vorteile und Möglichkeiten verdanken. Dieser Status als K. d. ö. R. setzt neben einer demokratischen Grundorientierung auch ein System der Mitgliedschaft voraus.

Wie war das nun vor knapp zweitausend Jahren? Auch wenn viele Elemente unseres Rechtssystems ihren Ursprung im römischen Recht haben: Dass es im römischen Reich des 1. Jahrhunderts ähnliche Vorstellungen über den Rechtsstatus von Religionsgemeinschaften gab wie heute, mag ich allerdings nicht so recht glauben.

Da stellt sich natürlich die Frage: Welche Möglichkeiten hatten denn nun die christliche Gemeinden im römischen Weltreich des ersten Jahrhunderts? Wenn es damals schon Rechtskörperschaften im heutigen Sinne gab, die Urgemeinde aber diese Organisationsform abgelehnt hat, müssten wir uns natürlich schon fragen, warum wir uns anders organisieren wie die Gemeinde damals.

Und wenn es diese Möglichkeit nicht gab? Die Urgemeinde kann schwerlich eine Rechtsform annehmen, die vielleicht erst Jahrhunderte später erfunden wurde. Aus der Rechtsform der Urgemeinde theologisch etwas für uns ableiten zu wollen, wäre dann (theo)logischer Blödsinn.

Gab es im römischen Reich Rechtskörperschaften? Keine Ahnung. Ich bin kein Rechtshistoriker, und eine kleine Web-Recherche brachte keine brauchbaren Ergebnisse. Die Frage muss ich offen lassen. Dummerweise ist ohne Kenntnis dieses kleinen rechtshistorischen Faktums alles, was wir anhand der Bibel über Gemeindemitgliedschaft sagen wollen, ein Stochern im Nebel.

Aber in einem bin ich mir sicher: Keine Auslegung der Bibel auf eine konkrete Situation kann bestehen ohne die zugehörige Recherche der Faktenlage. Ganz egal, ob es sich im konkreten Fall um geografische, historische, wissenschaftliche oder was auch immer für Fakten handelt. Also: Lasst uns recherchieren!

Cargo-Kult-Exegese

15. November 2007

Nein, dies ist nicht der Versuch, möglichst viele Fremdwörter in eine Überschrift zu packen.

Es geht vielmehr um ein gewisses Unbehagen, das mich zuweilen beschleicht, wenn über biblische Lehre diskutiert und um biblische Wahrheit gerungen wird, und zwar insbesondere dann, wenn dabei Bibelstellen zitiert werden.

Nun bin eigentlich der Meinung, dass sich jede christliche Lehre doch gefälligst an der Bibel zu orientieren habe. Dennoch finde ich mich bei Diskussionen meist auf der Seite derer wieder, die keine Bibelstellen zur Untermauerung ihrer Meinung zu zitieren wissen. Das mag zum Teil an der allgemeinen Verstockung des menschlichen Herzens gegen göttliche Wahrheiten liegen. Aber was da mit Hilfe von Bibelstellen vertreten wird, ist leider nicht immer göttliche Wahrheit. Kann es denn sein, dass jemand seine Meinung mit Bibelstellen begründet und trotzdem falsch liegt?

O ja, es kann!

Das fängt schon damit an, dass die Bibel einfach ein ziemlich dickes Buch ist. Verschiedene christliche Sekten beweisen täglich, dass man durch geschicktes betonen und weglassen von verschiedenen Bibelstellen selbst den größten Unsinn biblisch belegen kann. Und der „Bibelcode“ zeigt, welche Tricks man mit der Bibel aufgrund ihres Umfangs machen kann.

Dazu kommt, dass die Bibel keinesfalls immer leicht zu verstehen ist. Was Petrus in 2. Petrus 3, 15.16 über Paulus schreibt, kann jeder nachvollziehen, der sich schon mal ernsthaft mit z. B. dem Römerbrief beschäftigt hat. Und manche Abschnitte der Bibel sind — wie Jesus selbst in Matthäus 13, 13 ausführt — bewusst und mit voller Absicht nicht für jeden verständlich.

Trotz dieser Schwierigkeiten haben sich über Jahrhunderte viele Theologen und Laien intensiv mit der Bibel beschäftigt und dabei viele wichtige und nützliche biblische Wahrheiten entdeckt. Und gerade wegen dieser Schwierigkeiten haben die besten unter ihnen dies mit sehr großer Sorgfalt, beeindruckendem Wissen über die Bibel als Ganzes und die Zeit ihrer Entstehung und nicht zuletzt unter Beachtung allgemein anerkannter Regeln der Bibelauslegung gemacht. Die Ergebnisse dieser Vorgehensweise sind häufig so „zwingend biblisch“, dass man gar nicht anders kann, als zuzustimmen.

Diesen Vorbildern der Exegese muss man nacheifern. Das Ergebnis ist aber nicht billig zu haben. Ohne Sorgfalt, Fachkenntnis und Augenmaß wird aus der biblischen Exegese ein bloßer Schein. Und wer das Zitieren vermeintlich einschlägiger Bibelstellen mit biblischer Lehre verwechselt, betreibt im Grunde Cargo Kult:

Während des zweiten Weltkriegs baute die amerikanische Armee Stationen auf einigen abgelegenen Inseln im Südpazifik auf. Für die Bewohner war es der erste Kontakt mit der westlichen Zivilisation, und die Waren, die von den amerikanischen Flugzeugen gebracht wurden, waren für sie unermessliche Reichtümer, die nur von den Ahnen stammen konnten. Als die Amerikaner nach dem Krieg wieder abzogen und ihre Reichtümer mitnahmen, versuchten die Ureinwohner diese „Flugzeuge der Ahnen“ selbst herbeizurufen. Sie schnitzten sich Kopfhörer aus Holz und setzten sich in selbst gebaute „Tower“ neben selbstgebauten „Landebahnen“ samt Leuchtfeuer. Zu ihrem großen Erstaunen blieben die Flugzeuge trotzdem aus.

Das Verhalten der Inselbewohner mag uns lächerlich erscheinen, ist aber in anderem Zusammenhang auch bei uns weit verbreitet. Der amerikanische Physiker Richard Feynman verwendete Cargo Kult zuerst als Metapher und wies damit auf Missstände im Wissenschaftsbetrieb hin.

Aber auch auf den Umgang mit der Bibel lässt sich der Begriff gut anwenden. Statt uns mit der harten Arbeit der biblischen Exegese zu beschäftigen, bleiben wir bei unseren vorgefassten Meinungen (wie die Inselbewohner beim Ahnenkult) und versuchen, durch selbst zurechtgeschnitzte Bibelzitate, die wir wie Artefakte (oder gar Fetische) vor uns hertragen, die „große biblische Überzeugungskraft“ für uns herbeizurufen. Ich nehme mich da selbst nicht aus. Zu leicht fällt man in diese Falle.

Beispiel gefällig? Gelegentlich hört man die Meinung, dass Phänomene wie Sprachengebet oder Prophetie nur auf die Urgemeinde beschränkt waren und nach Verfügbarkeit des vollständigen biblischen Kanons verschwanden, weil angeblich keine Notwendigkeit mehr dafür bestand. Als biblische Begründung dafür muss der erste Korinterbrief, Kapitel 13, die Verse 8 bis 10 herhalten. Ich habe Christen erlebt, die diese These mit großer Überzeugung (und gelegentlich einem fanatischen Feuer in den Augen) aufgrund dieser Bibelstelle als biblische Wahrheit verkündet haben. Bei genauerer Analyse zerkrümelt einem die angebliche biblische Wahrheit zwischen den Fingern:

  1. Die These wird vom Neuen Testament als Ganzes nicht gestützt. (Es sei denn, man unterstellt Paulus an anderer Stelle bitterste Ironie!) Auf einer einzelnen Bibelstelle kann man keine Lehre aufbauen.
  2. Es handelt sich nicht um die einzige mögliche Interpretation. Mit dem Zeitpunkt, bei dem Prophetie und Zungenrede verschwinden, kann auch die Wiederkunft Jesu gemeint sein.
  3. Der Zeitgeschichtliche Zusammenhang spricht gegen die These: Paulus lebte nicht in einer Erwartung eines wie auch immer gearteten biblischen Kanons, er lebte vielmehr in der baldigen Erwartung der Wiederkunft Jesu. Wenn er also von einem einschneidenden Ereignis in (vielleicht naher) Zukunft schreibt, kann er nur die Wiederkunft Jesu gemeint haben.
  4. Selbst der unmittelbare Textzusammenhang (Vers 12) spricht eindeutig gegen die These: Bisher hat noch kein Mensch Gott von Angesicht zu Angesicht gesehen, und dass ich Gott durch die Bibel genauso erkennen kann, wie er mich kennt, das wird doch wohl kein Christ ernsthaft behaupten wollen.

Von der angeblichen biblischen Lehre bleibt nur noch ein wenig Cargo Kult übrig, getrieben vielleicht vom Ahnenkult der Berliner Erklärung.Wir werden um sorgfältiges Prüfen nicht herum kommen. Paulus wünscht, dass „wir nicht mehr unmündig seien und uns von jedem Wind einer Lehre bewegen und umhertreiben lassen durch trügerisches Spiel der Menschen, mit dem sie uns arglistig verführen.“ Und auch nicht, dass wir uns umhertreiben lassen von Menschen, die mit bester Absicht und angeblichen biblischen Belegen einfach nur Unsinn erzählen.

Kausalität und Logik

4. August 2007

Viele Verständnisprobleme beruhen darauf, dass allgemeingültige Prinzipien vielleicht doch nicht so allgemeingültig sind, wie man angenommen hat. An sich logische Überlegungen können ganz grauenhaft in die Irre führen, wenn schon die Grundlagen nicht stimmen. Wir tun sicher gut daran, gelegentlich an den Fundamenten unseres Denkens zu rütteln, um zu sehen, ob sich irgendwo Risse bilden.

Ein oft für allgemeingültig gehaltenes Prinzip ist die Kausalität. Es geht dabei um den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung, genauer um die Feststellung, dass die Ursache immer vor der Wirkung kommt, und es somit keine Wirkung ohne Ursache gibt. Dieses Prinzip ist die Grundlage aller Naturwissenschaft und hat sich als solches, wie auch die Naturwissenschaft selbst, aufs Beste bewährt.

Versucht man aber, das Kausalitätsprinzip absolut zu setzen, führt das fast zwangsläufig in die Sackgasse des Determinismus und in die Leugnung grundsätzlicher gesellschaftlicher Werte wie die Verantwortung für das eigene Handeln. Eine halbwegs praxistaugliche Ethik ist nicht möglich, solange man davon ausgeht, dass alle Vorgänge kausal sind.

Mit anderen Worten: Es ist notwendig, nach den Grenzen der Kausalität zu suchen. Eine dieser Grenzen ist die Entscheidung. Wir Menschen sind intuitiv der Meinung, dass unsere Handlungen nicht die unvermeidliche Wirkung von irgendwelchen Ursachen sind, sondern dass wir einen gewissen Einfluss auf unser Handeln jenseits der starren Regeln der Kausalität haben. Die Bindung in der Kausalität mag überwiegen, ein gewisser Freiraum für Entscheidungen ist aber zweifellos vorhanden.

Dieser Freiraum darf aber nicht mit Beliebigkeit verwechselt werden. Entscheidungen werden nicht im luftleeren Raum getroffen, sondern basieren auf Überzeugungen und auf Werten, positive wie negative. Und sie berücksichtigen auch die möglichen Folgen. Mit jeder Entscheidung werden neue Ursachen in das Universum der Kausalität eingespeist, die eine Fülle von Wirkungsketten zur Folge haben können.

Wenn wir als Menschen schon teilweise aus dem Diktat der Kausalität ausgenommen sind, liegt es doch nahe, dies für Gott absolut anzunehmen. Es ist doch kaum vorstellbar, dass der Schöpfer des Universums Gefangener seiner eigenen Schöpfung ist. Nein, bei Gott ist nichts Wirkung, sondern alles Entscheidung. Die vollständige Freiheit von Kausalität ist das, was man wohl gemeinhin „Allmacht“ nennt.

Gott ist frei von kausalen Bindungen, seine Entscheidungen sind immer freiwillig, aber nie beliebig, genauso wie Gott selbst nie beliebig ist. Die Bibel spricht von einem Gott mit ganz bestimmten Eigenschaften, einem redenden, eingreifenden, eifernden Gott. Kurz, einem wiedererkennbaren Gott. (Übrigens wäre ein Gott ohne Eigenschaften ein logisches Unding, weil er von seiner Nichtexistenz nicht mehr unterscheidbar wäre.) Wenn z. B. die Rede davon ist, das Gott nicht lügen kann, dann ist damit nicht gemeint, dass er durch kausale Zusammenhänge daran gehindert wird, sondern dass die Lüge nicht seinem Wesen entspricht, und er sich deshalb nie dafür entscheiden wird zu lügen.

Nehmen wir uns einmal den Begriff Gerechtigkeit vor, unzweifelhaft eine Eigenschaft, die Gott zugesprochen wird und auch unter Menschen ein erstrebenswertes Ziel ist. Dabei ist uns besonders wichtig, dass alle Menschen die gleichen Rechte haben. Nicht nur, dass die unvermeidlichen Ungleichheiten ohnehin schon groß genug sind, durch die menschliche Neigung zu Egoismus und Vetternwirtschaft besteht die Tendenz, diese Ungleichheit noch zu vergrößern, so dass der Wert der Gerechtigkeit gerade im Sinne von gleichem Recht für alle bewusst dagegen gesetzt werden muss. Im Strafrecht beispielsweise wird versucht, Gleichbehandlung umzusetzen. Das Steuerrecht hat sogar den Anspruch, Ungleichheiten teilweise auszugleichen.

Für Gott gibt es eigentlich keine unvermeidlichen Ungleichheiten. Da er nicht an die Kausalität gebunden ist, könnte er allen Ungleichheiten ein Ende setzen. Die Frage ist nur, ob das erstrebenswert ist. Wenn absolute Gleichbehandlung oberstes Ziel göttlicher Gerechtigkeit wäre, könnte es keine Unterschiede mehr zwischen den Menschen geben, nicht einmal eine Unterscheidung in Mann und Frau wäre dann noch möglich. Wir wären alle ununterscheidbare Klone ein und derselben Idee. Eine Horrorvorstellung. Glücklicherweise hat Gott sich anders entschieden. Er hat die Menschen in einer großen Vielfalt, mit unterschiedlichen Begabungen, Chancen und Möglichkeiten erschaffen. Nach den Maßstäben, mit denen unter Menschen Gerechtigkeit beurteilt wird, ist das ungerecht.

Wenn wir also menschliche Maßstäbe von Gerechtigkeit auf Gott anwenden, kommen wir zu unsinnigen Ergebnissen. Der Gerechtigkeitsbegriff muss für einen nicht an Kausalität gebundenen Gott anders gefasst werden als für uns Menschen. Gott hat nunmal zu den Menschen eine andere Stellung als die Menschen untereinander. Natürlich muss dabei auch die Gleichbehandlung aller Menschen eine wichtige Rolle spielen, sonst würde es sich nicht mehr um Gerechtigkeit handeln. Aber die Annahme, dass jede Ungleichbehandlung ungerecht sei, lässt sich nicht halten. Wo ist also die Grenze? Ist zum Beispiel die besondere Behandlung eines einzelnen, auserwählten Volkes noch durch erwünschte Vielfalt und göttliche Entscheidungsfreiheit abgedeckt, oder schon ungerecht? Wie soll man darauf eine Antwort finden?

„Du sollst Dir kein Bildnis machen“, spricht Gott. Und dabei spielt es keine Rolle, ob das Bildnis aus Stein, Metall oder menschlichen Begrenzungen besteht. Bei dem Versuch, menschliche Maßstäbe auf Gott anzuwenden, muss man versuchen, ein kaum durchschaubares Dickicht an menschlichen Begrenzungen, die auf Gott nicht anwendbar sind, hinter sich zu lassen. Schon mancher hat sich in diesem Dickicht verstrickt und nicht wieder herausgefunden. Natürlich ist es interessant und wichtig, sich auch mit den Mitteln der Logik mit dem Wesen Gottes auseinanderzusetzen. Aber diesen Mitteln sind Grenzen gesetzt. Und im Zweifelsfall hat sich schlichtes Vertrauen gegenüber zweifelndem Nachbohren immer als der erfolgreichere Lebensstil herausgestellt.

Mord und Totschlag

29. Juli 2007

Darum zieh gegen sie ins Feld und vernichte sie! Alles, was zu ihnen gehört, steht unter dem Bann. Darum töte ohne Erbarmen Männer und Frauen, Kinder und Säuglinge, Rinder, Schafe, Kamele und Esel.

So sprach Gott über den Propheten Samuel zu König Saul – nachzulesen in 1. Stamuel 15, Vers 3. Saul befolgte dieses Gebot nicht genügend konsequent, was das Ende seiner „Karrriere“ zur Folge hatte.

Nicht nur für Saul war dieser Befehl ein Stein des Anstoßes. Was soll man bitteschön von einem Gott halten, der die Ausrottung ganzer Völker befiehlt? So werden wir als Christen immer wieder von unseren Kritikern gefragt, und so fragen wir uns selber. Und würden am liebsten diese Stelle aus der Bibel streichen – und so manche andere mit. Denn Rache üben und Gewalt befehlen passt nicht in unser Bild vom lieben Gott. Dennoch ist das vor allem (aber nicht nur) im Alten Testament kein Einzelfall. Wie bringt man das zusammen: Derselbe Gott, der aus Liebe seinen Sohn gibt, befiehlt Mord und Totschlag? Na, danke!

Nun ja, wenn von beidem so viel in der Bibel die Rede ist, muss beides auch wirklich wichtig sein. Und der Gott im Alten Testament ist derselbe Gott wie im Neuen Testament. Es ist der liebende und gerechte Gott, der ein ernsthaftes Problem hat. Der Sünde Sold ist der Tod, schreibt Paulus. Und weil Gott vollkommen gerecht ist, muss er den Sünder zum Tod verurteilen. Da gibt es keine Alternativen. Schließlich ist ein Richter, der Verbrecher laufen lässt, genauso ungerecht wie ein Richter, der Unschuldige verurteilt. Da hilft es auch nicht, dass sich der Richter dadurch als nett und gnädig erweist, Ungerechtigkeit bleibt Ungerechtigkeit. Und Gott und Ungerechtigkeit, das passt einfach nicht zusammen.

Was Gott tun kann, ist das Urteil aufzuschieben. Und davon macht er auch regen Gebrauch. Er erweist seine Gnade darin, dass er fast immer Jahre und Jahrzehnte vergehen lässt, bis die Sünde in letzter Konsequenz zum Tod führt. Das ist gewonnene Zeit für Reue und Umkehr. Und da kommt die größte Gnadentat Gottes ins Spiel: Jesus hat sich zur Verfügung gestellt, damit die Urteile von Millionen von Menschen nicht an diesen Menschen, sondern an ihm vollstreckt werden.

Mit dem Tod und der Auferstehung Jesu ist eine unvergleichliche Gnadenzeit angebrochen. Gott verschiebt Urteile noch länger, lässt Menschen noch mehr Zeit, damit möglichst viele dieses Angebot annehmen. Nach der Predigt des Paulus am Pfingsttag nahmen etwa 3.000 Menschen dieses Angebot an. Das ist in weltweitem Maßstab längst Alltag geworden. Mich würde es nicht wundern, wenn die weltweite Zahl der Bekehrten an jedem einzelnen Tag mittlerweile in die Zehntausende gehen würde. Zehntausende Menschen, die jeden Tag ihre Sünde auf Jesus werfen und damit gerettet werden! Wenn das keine Gnadenzeit ist …

Am Ende vollstreckt Gott sein gerechtes Urteil über jeden Menschen – entweder an diesem Menschen selbst, oder an Jesus. Das gilt für das Neue Testament und für uns heute genauso wie für das alte Testament. Dennoch gibt es Unterschiede: Im Alten Testament ist eine direkte Bezugnahme auf das Opfer Jesu noch nicht möglich. Eine Rettung kann nur in einer symbolischen Vorwegnahme dieses Opfers als Tieropfer geschehen, und dieses ist nur im auserwählten Volk möglich. Vieles muss sich daher im Alten Testament durch die Haltung gegenüber diesem Volk definieren. Diese Haltung muss geklärt werden, und diese Haltung muss Konsequenzen haben. Gott lässt auch hier oft lange Zeit zur Umkehr. Aber wenn diese nicht erfolgt, zieht er die Konsequenzen durch, mit aller Härte des gerechten Richters. Und er benützt auch sein Volk als Vollstrecker seiner Urteile.

Auch heute nimmt Gott noch Menschen in seinen Dienst, aber die Aufgabe ist eine andere geworden. Das Opfer Jesu ist geschehen, wir können darauf Bezug nehmen und Menschen einladen. Die Gnadenzeit ist angebrochen. Gott hat uns unmissverständlich beauftragt, diese Gnadenzeit auszunützen, so gut wir es vermögen, indem wir Menschen von Jesus erzählen. Wir tun gut daran, genau diesem Auftrag zu folgen.

Was die Balance zwischen Gnade und Gerechtigkeit betrifft, und wie Gottes Wesen beides auf so wunderbare Weise verbindet, dazu bietet gerade das Alte Testament – bei gründlichem Studium und gutem Hintergrundwissen – Schätze der Erkenntnis Gottes, die zwar nicht einfach zu heben sind, die sich aber lohnen, gehoben zu werden.