OC Times

ist eine Barbershop-Gruppe, also ein a-capella-Männerquartett, aus den USA. Barbershop-Musik weist relativ festgelegte musikalische Strukturen mit klarer Stimmaufteilung und homophonen Harmonien auf. OC Times legt das Barbershop-Thema etwas freier aus, was sie nicht daran gehindert hat, beim internationalen Barbershop-Wettbewerb letztes Jahr den zweiten Platz zu erringen. Neben dem technisch brillanten und präzisen Gesang begeistert mich vor allem der kernige Sound, den die vier Sänger gemeinsam erzeugen. Die Harmonien, von denen Barbershop nun mal lebt, sind richtig greifbar und haben Biss.

Ihr erstes Album scheint nur (zu unbekannten Versandkonditionen) auf ihrer Homepage oder im iTunes-Store erhältlich zu sein. Auf YouTube sind einige Auftritte — u. a. von erwähntem Wettbewerb — online.


Tom Lehrer

— geboren 1928 — lehrte bis 2001 (nomen est omen) Mathematik u. a. in Harvard und am MIT. Seine musikalische Karriere begann er 1953 mit seiner ersten Platte (Startauflage 400 Stück) und beendete sie aus eigenem Antrieb Anfang der 70er Jahre. In dieser Zeit sind rund 50 Lieder entstanden, die meisten beißend satirisch, einige auch durchaus makaber bis rabenschwarz. Dabei sind sie stets musikalisch eingängig und mitreißend. Auch wenn man für manchen Witz erst ein paar Details zur damaligen politischen Situation nachrecherchieren muss — Wortwitz und Musikstil machen das Zuhören zum Genuss, wozu auch oft der schroffe Gegensatz zwischen Text und Musik beiträgt. Bis auf wenige Ausnahmen ist Tom Lehrer eine one-man-show — er begleitet sich selbst am Klavier.

Auf YouTube ist Tom Lehrer mit einigen live-Aufnahmen und vielen Lip-syncs und Animationen vertreten. Seine CDs bestellt man am Besten direkt aus den USA. Im iTunes-Store ist nur die britische Show Tomfoolery mit seinen Liedern verfügbar.


Mika

ist eigentlich längst Mainstream und im kommerziellen Erfolg angekommen — inklusive Verwendung in der Werbung. Da er erstens noch recht „neu im Geschäft“ und zweitens der Auslöser für meinen „Musikindustrie“-Artikel ist, sei er trotzdem hier gewürdigt. Für die Art von Musik, die Mika macht, gibt es nur einen passenden Begriff: quietschbunt! Man braucht sich nur mal eines seiner Videos anschauen. Überwiegend Gute-Laune-Musik ohne überhöhten künstlerischen Anspruch, aber gut gemachter Pop mit allen Attributen, die nach meinem persönlichen Geschmack gut gemachten Pop ausmachen. Dabei sind die Texte nicht ohne Tiefgang. Es lohnt sich, einmal seine Beschreibung durchzulesen.


Jasper

wird gerade mit seinem „HDL-Song“ durch verschiedene Internet-Communities gereicht. Mit seiner YouTube-Seite und seinem Myspace-Profil präsentiert er sich als begabter Texter und Songwriter in bester deutscher Liedermacher-Tradition, der neben (selbst-)ironischem wie dem HDL-Song vor allem tief gehendes und berührendes zu bieten hat. Ein guter Beobachter von allem Zwischenmenschlichen, der das, was er sieht und erlebt in intelligente und zugleich sehr einfühlsame Texte gießt und diese dann schlicht, aber überzeugend vertont und interpretiert.

Die eine oder andere CD hat er (teilweise mit Amateurmitteln) schon aufgenommen, sie sind aber wegen geringer Auflage alle vergriffen. Ein neues Album ist geplant, der Erscheinungstermin steht aber noch nicht fest.


Nick Pitera

hat schon eine sehr gute Stimme, wenn er nur Bariton singt. Was ihn aber zu einem Ausnahmetalent macht, sind seine Fähigkeiten als Countertenor. Seine Brillanz, Ausdruckskraft und vor allem seine geradezu spielerische Leichtigkeit in dieser Stimmlage ermöglicht ihm auch die Interpretation von Liedern, die man sonst von weiblichen Gesangsstars wie Alicia Keys oder Mariah Carey kennt. Seine Videos auf Youtube haben zurecht Zugriffszahlen im sechs- bis siebenstelligen Bereich, seine Version von „A Whole New World“ wurde sogar bereits schon über 15 Millionen mal gehört. Dass er hier (und bei einigen anderen Videos) beide Stimmen eines gemischten Duettes singt, zeigt nicht nur seinen Sinn für Humor. Es weist auch darauf hin, dass es für einen Pop-Sänger mit mindestens drei Oktaven Stimmumfang einfach an geeigneter Literatur fehlt. Aber eine Single mit eigenem Material ist bereits angekündigt.

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